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Digitalisierung von Geschäftsprozessen: Leitfaden für 2026

Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen hat in den letzten Jahren eine zunehmend wichtige Rolle für Unternehmen jeder Größe und Branche eingenommen. Während sie viele Chancen für Effizienzsteigerung, Kostenreduzierung und verbesserte Kundeninteraktionen bietet, stehen Unternehmen auch vor einer Vielzahl von Herausforderungen bei der Umsetzung digitaler Transformationsinitiativen. In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung von Geschäftsprozessen befassen und Einblicke geben, wie Unternehmen diese erfolgreich meistern können.

Team plant die Digitalisierung eines Geschäftsprozesses an einem digitalen Prozessboard

Auf den Punkt

Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen bedeutet mehr als Papier durch PDFs oder E-Mails durch ein neues Tool zu ersetzen. Du analysierst zuerst den tatsächlichen Ablauf, entfernst unnötige Schritte, definierst Daten und Verantwortlichkeiten und bildest den verbesserten Prozess anschließend digital ab. Automatisierung oder KI kommen erst dort zum Einsatz, wo Regeln, Datenqualität und Kontrollpunkte klar sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Digitalisiere keinen schlechten Prozess eins zu eins. Visualisiere und vereinfache ihn zuerst.
  • Beginne mit einem häufigen, klar abgrenzbaren Prozess, dessen Nutzen und Risiken messbar sind.
  • Lege Daten, Rollen, Berechtigungen, Ausnahmen und Eskalationen vor der Tool-Auswahl fest.
  • Miss nicht nur Zeitersparnis. Datenqualität, Fehler, Akzeptanz und Prozessstabilität gehören ebenfalls dazu.
  • Share2Flow macht Abläufe und selbst definierte Kennzahlen im FlowBoard sichtbar. Das Team erkennt Engpässe und entscheidet über Verbesserungen.

Viele Digitalisierungsprojekte starten mit einer Software-Demo. Das wirkt konkret, setzt aber häufig an der falschen Stelle an. Ein neues System löst weder unklare Zuständigkeiten noch unnötige Freigaben. Es kann diese Probleme sogar festschreiben, wenn der bisherige Ablauf unverändert übernommen wird.

Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du Geschäftsprozesse strukturiert digitalisierst. Du erfährst, welche Prozesse sich zuerst eignen, wie du Chancen und Risiken bewertest und welche Kennzahlen nach dem Pilot zählen. Ein durchgehendes Beispiel macht den Weg vom papier- und e-mailbasierten Ablauf zum transparenten digitalen Prozess nachvollziehbar.

Was bedeutet Digitalisierung von Geschäftsprozessen?

Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen überführt Informationen, Interaktionen und Arbeitsschritte in einen digital unterstützten Ablauf. Dokumente werden nicht nur eingescannt, sondern strukturiert erfasst, zentral bereitgestellt und entlang klarer Regeln bearbeitet. Beteiligte greifen auf denselben Informationsstand zu. Übergaben, Freigaben und Ausnahmen werden nachvollziehbar.

Ein digitalisierter Prozess muss nicht vollständig automatisiert sein. Menschen können weiterhin prüfen, entscheiden oder beraten. Der digitale Ablauf stellt sicher, dass sie die richtigen Informationen zur richtigen Zeit erhalten und ihre Entscheidung dokumentiert wird.

BegriffKernfrageBeispiel
DigitalisierungWie bilden wir Informationen und Arbeitsschritte digital ab?Ein Antrag wird strukturiert online erfasst und zentral bearbeitet.
ProzessoptimierungWie sollte der Ablauf besser funktionieren?Eine doppelte Prüfung wird entfernt und eine fehlende Rolle geklärt.
AutomatisierungWelche stabile Regel kann Technik selbstständig ausführen?Vollständige Standardfälle werden regelbasiert an die zuständige Stelle geleitet.
Digitale TransformationWie verändern digitale Möglichkeiten Leistungen oder Geschäftsmodelle?Ein Service wird als digitales Self-Service-Angebot neu gestaltet.

Die Reihenfolge ist entscheidend: zuerst verstehen und optimieren, dann digital abbilden und erst danach geeignete Teile automatisieren. Die Grundlagen dafür findest du im Beitrag Prozessoptimierung Grundlagen.

Welche Chancen bietet die Digitalisierung von Geschäftsprozessen?

Der wichtigste Vorteil ist nicht die eingesparte Papiermenge, sondern ein gemeinsamer und aktueller Informationsstand. Digitale Prozesse können Bearbeitungszeiten verkürzen, weil Dokumente nicht gesucht, weitergeleitet oder erneut erfasst werden müssen. Digitale Abläufe erleichtern außerdem die Zusammenarbeit über Standorte hinweg und machen Status, Verantwortlichkeiten und offene Entscheidungen nachvollziehbar.

49 %

der 2025 von Bitkom befragten Unternehmen ab 20 Beschäftigten bezeichneten sich bei der Digitalisierung ihrer Geschäfts- und Verwaltungsprozesse als Nachzügler. Gleichzeitig nutzten 72 Prozent weniger Papier als fünf Jahre zuvor. Weniger Papier allein ist also noch kein Beleg für durchgängig digitale Prozesse. Bitkom, 2025

Gut gestaltete digitale Prozesse schaffen mehrere konkrete Nutzenfelder:

  • Kürzere Durchlaufzeiten: Informationen stehen ohne Postweg, Dateisuche oder manuelle Weiterleitung bereit.
  • Weniger Medienbrüche: Daten werden nicht zwischen Papier, E-Mail, Tabellen und Fachsystemen mehrfach übertragen.
  • Bessere Datenqualität: Pflichtfelder, Auswahlwerte und Plausibilitätsregeln reduzieren unvollständige Eingaben.
  • Mehr Transparenz: Das Team sieht Bearbeitungsstand, offene Aufgaben, Ausnahmen und Eskalationen.
  • Stabilere Zusammenarbeit: Rollen, Übergaben und Vertretungsregeln sind nicht nur im Erfahrungswissen einzelner Personen verankert.
  • Bessere Steuerbarkeit: Zeitstempel und Prozessdaten ermöglichen belastbare Kennzahlen statt Schätzungen.

Diese Chancen entstehen nicht automatisch durch die Einführung eines Tools. Der Nutzen entsteht, wenn der digitale Ablauf auf einem verständlichen Soll-Prozess basiert und die Beteiligten ihn im Alltag nutzen können.

Welche Herausforderungen entstehen bei der Prozessdigitalisierung?

Die größten Probleme liegen häufig nicht in der Technik. Unternehmen unterschätzen den Abstimmungsaufwand zwischen Fachbereich, IT, Datenschutz, Informationssicherheit und Führung. Zusätzlich werden Sonderfälle oft erst während des Piloten sichtbar. Wer sie nicht einplant, erzeugt Schattenprozesse in E-Mail und Tabellen.

HerausforderungTypische FolgePraktische Gegenmaßnahme
Unklarer Ist-ProzessDie Software bildet Widersprüche und unnötige Schleifen ab.Ablauf gemeinsam visualisieren und reale Ausnahmen aufnehmen.
Schlechte DatenqualitätAutomatische Regeln liefern unzuverlässige Ergebnisse.Datenfelder, Quellen, Eigentümer und Prüfregeln definieren.
Fehlende IntegrationDoppelerfassung und manuelle Exporte bleiben bestehen.Schnittstellen und führende Systeme vor der Auswahl klären.
Unklare BerechtigungenDatenschutz- und Sicherheitsrisiken entstehen.Rollenbasierten Zugriff und Protokollierung im Soll-Konzept festlegen.
Geringe AkzeptanzBeschäftigte umgehen den neuen Ablauf.Nutzende früh beteiligen, Pilotfeedback auswerten und Standards anpassen.
Zu großer ProjektumfangNutzen bleibt lange unsichtbar und Anforderungen ändern sich.Mit einem begrenzten Prozess und messbarem Pilot starten.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ordnet Cyber-Sicherheit als Voraussetzung erfolgreicher Digitalisierung und als Leitungsaufgabe ein. Sicherheit darf deshalb nicht nachträglich ergänzt werden. Schutzbedarf, Zugriffsrechte, Backups, Updates und ein Vorgehen für Sicherheitsvorfälle gehören bereits in die Prozessgestaltung.

Welche Geschäftsprozesse solltest du zuerst digitalisieren?

Der beste Startprozess ist weder der lauteste noch der technisch spannendste. Er verbindet erkennbaren Nutzen mit überschaubarem Risiko. Ein häufiger, standardisierbarer Ablauf mit klaren Start- und Endpunkten eignet sich besser als ein seltener Sonderprozess mit vielen ungeklärten Entscheidungen.

Bewerte mögliche Kandidaten mit einer einfachen Priorisierungsmatrix. Vergib je Kriterium einen Wert von 1 bis 5. Ein hoher Gesamtnutzen bei beherrschbarer Komplexität spricht für einen Pilot.

KriteriumNiedrige BewertungHohe BewertungLeitfrage
HäufigkeitSelten und unregelmäßigTäglich oder wöchentlichWie oft wirkt eine Verbesserung?
Manueller AufwandWenige einfache SchritteViele Übertragungen, Suchen oder RückfragenWo bindet der Ablauf vermeidbare Arbeitszeit?
StandardisierbarkeitJeder Fall ist individuellKlare Regeln und wiederkehrende FallartenWie gut lässt sich ein Soll-Prozess beschreiben?
DatenverfügbarkeitInformationen fehlen oder sind unstrukturiertBenötigte Daten sind bekannt und zugänglichKann der digitale Prozess zuverlässig arbeiten?
Geschäftlicher NutzenKaum AuswirkungSpürbarer Einfluss auf Kunden, Kosten oder RisikoWarum ist dieser Prozess wichtig?
UmsetzungsrisikoHohe regulatorische und technische AbhängigkeitBegrenzter, kontrollierbarer PilotKönnen wir sicher lernen, ohne den Betrieb zu gefährden?

Typische Einstiegsprozesse sind interne Anträge, Angebotsfreigaben, Rechnungsprüfung, Mitarbeiter-Onboarding, Reklamationsbearbeitung oder die Erfassung standardisierter Serviceanfragen. Entscheidend ist nicht die Prozessart, sondern die Kombination aus Wiederholung, Datenklarheit und messbarem Nutzen.

Wie digitalisierst du einen Geschäftsprozess in sieben Schritten?

1. Ziel und Prozessgrenze festlegen

Definiere einen beobachtbaren Start und ein eindeutiges Ende. Formuliere anschließend das Ziel. „Papierlos werden“ reicht nicht. Aussagekräftiger ist: „Die mediane Durchlaufzeit vollständiger Rechnungen soll von acht auf vier Arbeitstage sinken, ohne dass Fehlbuchungen zunehmen.“

2. Tatsächlichen Ist-Prozess visualisieren

Nimm den Ablauf gemeinsam mit den Menschen auf, die ihn ausführen. Dokumentiere Tätigkeiten, Entscheidungen, Übergaben, Systeme, Dateien, Wartezeiten und Ausnahmen. Share2Flow kann diesen Schritt mit einem browserbasierten FlowBoard unterstützen. Das Board macht den Ablauf und eingetragene Kennzahlen sichtbar. Es findet Engpässe nicht automatisch. Erkennen und bewerten muss sie das Team.

3. Prozess vereinfachen und standardisieren

Entferne Schritte ohne erkennbaren Nutzen. Fasse doppelte Prüfungen zusammen, kläre Entscheidungsgrenzen und trenne Standardfälle von Ausnahmen. Für diese Phase helfen dir auch Lean-Methoden zur Prozessoptimierung sowie Ansätze aus der Lean-Administration im Büro.

4. Daten, Rollen und Regeln definieren

Lege fest, welche Angaben am Eingang erforderlich sind, welches System die führenden Daten hält und wer Daten ändern darf. Definiere Verantwortliche, Vertretungen, Freigabegrenzen und Eskalationen. Jede Regel braucht eine verständliche Begründung.

5. Passende Systeme und Schnittstellen auswählen

Wähle die Technik erst jetzt. Prüfe, ob vorhandene Systeme den Soll-Prozess abbilden können. Ein neues Tool lohnt sich nur, wenn es eine echte Lücke schließt. Achte auf Integrationen, Exportmöglichkeiten, Berechtigungen, Protokollierung und den Aufwand für Pflege und Support. Einen Überblick über mögliche Einsatzfelder findest du unter Tools für Prozessarbeit.

6. Einen begrenzten Pilot durchführen

Teste den digitalen Ablauf mit einer definierten Fallgruppe und einem kleinen Nutzerkreis. Lege Startdatum, Laufzeit, Zuständigkeiten und Erfolgskriterien vorher fest. Erfasse auch Abbrüche und Umgehungslösungen. Solche Umgehungen zeigen häufig, wo Regeln oder Bedienung noch nicht zur Praxis passen.

7. Wirkung messen und skalieren

Vergleiche gleichartige Fälle vor und nach dem Pilot. Prüfe Durchlaufzeit, Fehler, Nacharbeit, Akzeptanz und offene Ausnahmen. Erst wenn der Prozess stabil ist, wird er ausgerollt oder weiter automatisiert. Dokumentiere die aktuelle Version, damit Team und Systeme mit denselben Regeln arbeiten.

Wie sieht die Digitalisierung in einem Vorher-Nachher-Beispiel aus?

Das folgende Beispiel ist ein vereinfachter, realistischer Musterfall und kein veröffentlichter Kundencase. Ein mittelständisches Unternehmen möchte die Freigabe von Eingangsrechnungen digitalisieren.

Vorher: Viele digitale Dateien, aber kein digitaler Prozess

Rechnungen kommen per Post, E-Mail und Lieferantenportal. Papier wird gescannt. Eine Person trägt Rechnungsnummer, Betrag und Kostenstelle in eine Tabelle ein und sendet die Datei an den zuständigen Fachbereich. Freigaben erfolgen per E-Mail. Rückfragen sind nicht zentral dokumentiert. Bei Urlaub ist häufig unklar, wer übernehmen darf.

Eine Stichprobe zeigt eine mediane Durchlaufzeit von acht Arbeitstagen. Die reine Bearbeitungszeit liegt deutlich darunter. Der größte Zeitverlust entsteht durch unvollständige Kostenstellen, fehlende Vertretungen und offene Freigaben.

Nachher: Strukturierter Eingang und sichtbare Ausnahmen

Der Soll-Prozess nutzt einen zentralen digitalen Eingang. Pflichtangaben werden strukturiert erfasst. Standardrechnungen werden anhand klarer Zuständigkeiten weitergeleitet. Für Betragsgrenzen gelten dokumentierte Freigaberegeln. Nach zwei Arbeitstagen ohne Bearbeitung wird eine Eskalation sichtbar. Sonderfälle bleiben menschliche Entscheidungen.

Im Pilot sinkt die mediane Durchlaufzeit des Musterbeispiels auf vier Arbeitstage. Die Zahl der Rückfragen geht zurück, weil Kostenstelle und Bestellbezug am Eingang geprüft werden. Die Verbesserung entsteht nicht allein durch das digitale System. Entscheidend sind der vereinfachte Soll-Prozess und die klaren Regeln.

Aus der Praxis

Ein typisches Muster in Digitalisierungsprojekten: Teams vermuten zunächst, dass ihnen Software oder Personal fehlt. Nach der Visualisierung zeigt sich häufig, dass Vorgänge auf Informationen, Entscheidungen oder Vertretungen warten. Ein digitales Tool wirkt erst dann, wenn diese Ursachen im Prozess bearbeitet werden.

Welche Rolle spielen Automatisierung, RPA und KI?

Automatisierung ist sinnvoll, wenn ein Prozess ausreichend stabil ist. Robotic Process Automation kann regelbasierte Tätigkeiten in bestehenden Benutzeroberflächen übernehmen, etwa Daten übertragen oder Status abfragen. RPA eignet sich besonders als Brücke, wenn Systeme keine direkte Schnittstelle besitzen. Mehr dazu erklärt der Artikel über RPA Prozessautomatisierung.

Künstliche Intelligenz kann unstrukturierte Informationen unterstützen, zum Beispiel Texte klassifizieren, Dokumente zusammenfassen oder Entwürfe erstellen. Bei Entscheidungen mit finanziellen, rechtlichen oder personellen Folgen braucht es klare Qualitätskontrollen und menschliche Verantwortung. ChatGPT kann bei Prozessworkshops Fragen, Checklisten oder erste Dokumentationsentwürfe liefern. Es kennt deinen realen Ablauf aber nicht automatisch und seine Ausgaben können falsch oder unvollständig sein.

26 %

der Unternehmen in Deutschland mit mindestens zehn Beschäftigten nutzten 2025 KI-Technologien. Von den Unternehmen, die KI erwogen, aber noch nicht nutzten, nannten 72 Prozent fehlendes Wissen und 62 Prozent unklare rechtliche Folgen als Hindernisse. Das spricht für begrenzte, kontrollierte Einsatzfälle statt pauschaler KI-Einführung. Statistisches Bundesamt, 2025

Wie sicherst du Datenschutz und Cyber-Sicherheit ab?

Digitale Prozesse bündeln Daten und Abhängigkeiten. Dadurch steigt der Nutzen, aber auch die mögliche Wirkung eines Ausfalls oder unberechtigten Zugriffs. Behandle Informationssicherheit deshalb als Teil des Soll-Prozesses.

  • Klassifiziere Daten nach Schutzbedarf und speichere nur erforderliche Angaben.
  • Vergib Zugriffe rollenbasiert und überprüfe Berechtigungen regelmäßig.
  • Protokolliere kritische Änderungen und Freigaben nachvollziehbar.
  • Plane Backups, Wiederanlauf und einen manuellen Notbetrieb.
  • Regle Sicherheitsupdates, Schwachstellen und Verantwortlichkeiten mit Dienstleistern.
  • Definiere Löschfristen und prüfe, ob eine Datenschutz-Folgenabschätzung erforderlich ist.

Das BSI betont, dass ein Unternehmen alle potenziellen Schwachpunkte absichern muss, während einem Angreifer eine einzelne Lücke genügt. Sicherheit funktioniert deshalb nicht als einmalige Prüfung kurz vor dem Start, sondern als wiederkehrende Aufgabe im Betrieb.

Mit welchen KPIs misst du den Digitalisierungserfolg?

Ein erfolgreicher digitaler Prozess ist nicht nur schneller. Er liefert verlässliche Ergebnisse, wird genutzt und bleibt auch bei Ausnahmen steuerbar. Lege vor dem Pilot eine Zielkennzahl und passende Schutzkennzahlen fest.

ZielGeeignete KPIWichtige Ergänzung
Zeit reduzierenDurchlaufzeit, Wartezeit, BearbeitungszeitFallarten getrennt auswerten
Qualität erhöhenFehlerquote, Nacharbeit, First-Pass-YieldNicht nur erfolgreich abgeschlossene Fälle betrachten
Medienbrüche senkenAnzahl manueller Übertragungen oder ExporteVerbleibende Schattenlisten dokumentieren
Akzeptanz sichernNutzungsquote, Abbruchquote, SupportanfragenQualitatives Feedback ergänzen
Prozess steuernOffene Eskalationen, Bestand in Arbeit, TermintreueSchwellenwerte und Verantwortliche definieren

30 %

der mittelständischen Unternehmen führten laut KfW-Digitalisierungsbericht 2025 zuletzt Digitalisierungsprojekte durch. Der Anteil fiel damit auf das Vor-Corona-Niveau. KfW weist zugleich darauf hin, dass Vorreiter häufiger komplexe Vorhaben zur Reorganisation von Workflows umsetzen. KfW Research, 2026

Wie dokumentierst du digitale Prozesse für Vergleichbarkeit und AI Search?

Digitale Prozessdokumentation muss eindeutig, aktuell und auffindbar sein. Das hilft Beschäftigten bei Übergaben und verbessert zugleich die maschinelle Einordnung in internen Suchsystemen oder AI Search. Generative Engine Optimization, kurz GEO, bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, Texte mit Schlagworten zu füllen. Entscheidend sind klare Definitionen, konsistente Bezeichnungen und überprüfbare Aussagen.

Dokumentiere Start und Ende, Rollen, Regeln, Datenquellen, Ausnahmen und KPI-Berechnungen. Kennzeichne Version und Aktualisierungsdatum. Verlinke Richtlinien und Primärquellen direkt. Trenne verbindliche Vorgaben von Beispielen. So können Menschen und AI-Systeme Informationen zuverlässiger vergleichen, ohne dass unklare Formulierungen als Regeln missverstanden werden.

Wie unterstützt Share2Flow bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen?

Share2Flow ist eine browserbasierte App zur Prozessoptimierung. Teams erfassen und visualisieren Prozesse in FlowBoards, definieren eigene Kennzahlen und machen Herausforderungen oder Eskalationen direkt am Ablauf sichtbar. Dadurch entsteht vor und während der Digitalisierung eine gemeinsame Sicht auf Ist-Prozess, Soll-Prozess und messbare Veränderungen.

Share2Flow digitalisiert oder automatisiert deinen operativen Fachprozess nicht selbst. Die App unterstützt die Prozessarbeit: Die Prozessdarstellung macht Abhängigkeiten, Kennzahlen und Engpasssituationen transparent. Welche Stelle tatsächlich den Gesamtprozess begrenzt und welche Maßnahme sinnvoll ist, entscheidet das Team.

Starte mit einem überschaubaren Ist-Prozess, visualisiere Übergaben und ergänze die Kennzahlen, die für deine Digitalisierungsentscheidung wirklich zählen.

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Was ist der sinnvollste nächste Schritt?

Wähle einen häufigen Prozess mit klaren Grenzen und einem spürbaren Problem. Nimm den Ist-Ablauf gemeinsam mit den Beteiligten auf. Unterscheide Bearbeitung von Warten, Standardfälle von Ausnahmen und notwendige Kontrollen von historisch gewachsenen Schleifen. Erst danach formulierst du den digitalen Soll-Prozess und wählst die passende Technik.

So bleibt Digitalisierung ein steuerbares Verbesserungsprojekt. Du ersetzt nicht nur Papier und E-Mail, sondern schaffst einen Ablauf, den Menschen verstehen, Systeme zuverlässig unterstützen und Teams anhand gemeinsamer Kennzahlen weiterentwickeln können.

Belege & Vorgehen

  1. Deutsche Büros nehmen Abschied von Papier und Aktenordner — Bitkom, 2025. Zuletzt geprüft: Juli 2026.
  2. Jedes zweite Unternehmen nutzt kostenpflichtige Cloud-Services — Statistisches Bundesamt, 2025. Zuletzt geprüft: Juli 2026.
  3. Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Unternehmen 2025 — Statistisches Bundesamt, 2025. Zuletzt geprüft: Juli 2026.
  4. KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2025 — KfW Research, 2026. Zuletzt geprüft: Juli 2026.
  5. IT- und Cyber-Sicherheit als Voraussetzung für erfolgreiche Digitalisierung — Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, o. J. Zuletzt geprüft: Juli 2026.

FAQ

Was versteht man unter der Digitalisierung von Geschäftsprozessen?
Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen bedeutet, Informationen, Aufgaben, Entscheidungen und Übergaben in einem digital unterstützten Ablauf abzubilden. Dabei werden nicht nur Papierdokumente ersetzt. Daten werden strukturiert erfasst, Rollen geklärt und Bearbeitungsstände nachvollziehbar gemacht.
Welche Geschäftsprozesse eignen sich zuerst für die Digitalisierung?
Geeignet sind häufige, klar abgrenzbare und weitgehend standardisierbare Prozesse mit erkennbarem Nutzen. Gute Kandidaten haben viele manuelle Übertragungen, Rückfragen oder Wartezeiten, aber beherrschbare Risiken. Seltene Sonderfälle mit ungeklärten Regeln eignen sich schlechter als erster Pilot.
Wie digitalisiert man einen Geschäftsprozess?
Du definierst Ziel und Prozessgrenze, visualisierst den Ist-Ablauf, vereinfachst unnötige Schritte und legst Daten, Rollen sowie Regeln fest. Danach wählst du passende Systeme, testest den Soll-Prozess in einem begrenzten Pilot und misst die Wirkung, bevor du ihn ausrollst oder automatisierst.
Was ist der Unterschied zwischen Digitalisierung und Automatisierung?
Digitalisierung bildet Informationen und Arbeitsschritte digital ab. Automatisierung geht weiter und lässt Technik klar definierte Aufgaben oder Entscheidungen selbstständig ausführen. Ein Prozess kann digital sein, obwohl Menschen weiterhin prüfen und entscheiden. Automatisiert werden sollte erst, wenn Regeln und Daten stabil sind.
Welche Vorteile haben digitale Geschäftsprozesse?
Digitale Prozesse können Durchlaufzeiten verkürzen, Medienbrüche und Doppelerfassung reduzieren, Datenqualität verbessern und Status sowie Verantwortlichkeiten transparent machen. Der Nutzen entsteht jedoch nur, wenn der zugrunde liegende Prozess sinnvoll gestaltet und von den Beteiligten angenommen wird.
Welche Risiken gibt es bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen?
Typische Risiken sind unklare Anforderungen, schlechte Datenqualität, fehlende Schnittstellen, geringe Akzeptanz sowie Datenschutz- und Cyber-Sicherheitsprobleme. Hinzu kommt die Gefahr, einen ineffizienten analogen Prozess unverändert digital nachzubauen. Ein begrenzter Pilot reduziert diese Risiken.