Process Mapping

Kategorie
ProzessoptimierungKompetenzstufe
Process Mapping stellt einen Geschäftsprozess grafisch dar und schafft einen klaren Überblick über Schritte, Übergaben und Abhängigkeiten. Anders als ein grober Rahmen bildet es den tatsächlichen Ablauf mit seinen Verzweigungen und Ausnahmen ab. So entsteht eine gemeinsame Grundlage, um einen Prozess zu verstehen und gezielt zu verbessern.
Es ist eine der zentralen Lean-Methoden der Prozessoptimierung. Die zugrunde liegende Disziplin beschreibt der Wikipedia-Artikel zur Geschäftsprozessmodellierung.
Rahmenbedingungen & Vorbereitung für Process Mapping
Voraussetzungen
- Ein klar abgegrenzter Prozess mit Start und Ende
- Beteiligte, die den realen Ablauf kennen
- Ein Visualisierungswerkzeug oder Whiteboard
- Grundlegende Daten zu Schritten, Übergaben und Ausnahmen
- Klarheit über die gewünschte Detailtiefe
Vorbereitung
Binde die relevanten Personen ein und schaffe ein gemeinsames Verständnis des zu betrachtenden Prozesses, damit alle über denselben Ablauf sprechen. Lege fest, wie fein die Darstellung werden soll, denn zu viel Detail macht sie unlesbar, zu wenig lässt Probleme verborgen. Sammle vorhandene Angaben zu Schritten, Übergaben und Ausnahmen. Für einen groben Einstieg eignet sich vorab ein SIPOC-Diagramm, für die Rollensicht ein Swimlane-Diagramm.
Wofür ist Process Mapping besonders geeignet?

Process Mapping eignet sich, wenn ein Prozess verstanden und verbessert werden soll. Es macht Engpässe, unnötige Schleifen und ineffiziente Übergaben sichtbar und schafft eine gemeinsame Grundlage für Entscheidungen. Weil der reale Ablauf dargestellt wird, fallen Abweichungen zwischen Vorschrift und Praxis auf, die im Alltag niemand benennt. Als Grundlage für Verbesserungen ist es fast immer der erste Schritt, bevor du einzelne Stellen mit weiteren Methoden vertiefst.
Ein Praxisbeispiel dazu findet sich im Anwendungsfall Fremdbearbeitung.
Häufige Fragen zu Process Mapping
Was ist Process Mapping?
Welche Werkzeuge werden genutzt?
Welche Vorteile bietet es?
Wie gehst du vor?
Wie detailliert sollte die Darstellung sein?
So erstellst du eine Prozessdarstellung
Prozess abgrenzen und Beteiligte einbeziehen
Lege fest, welchen Prozess du darstellst und wo er beginnt und endet. Bringe die Personen zusammen, die den Ablauf wirklich kennen und ausführen. Kläre gemeinsam den Zweck der Darstellung, etwa Analyse, Schulung oder Standardisierung. Ein klarer Rahmen und die richtigen Beteiligten sind die Grundlage für ein aussagekräftiges Ergebnis.
Ablauf und Daten sammeln
Erfasse Schritte, Übergaben, Entscheidungen und Ausnahmen des realen Ablaufs. Halte fest, wer was tut und welche Informationen oder Dokumente dabei entstehen. Frage gezielt nach Sonderfällen, denn dort verstecken sich oft Probleme. Nimm den tatsächlichen Ablauf auf, nicht den vorgeschriebenen.
Prozessdiagramm erstellen
Bringe die Schritte in die richtige Reihenfolge und stelle Verzweigungen und Übergaben klar dar. Halte den Hauptpfad einfach und hänge Ausnahmen sichtbar an. Achte auf eine einheitliche Notation, damit das Diagramm auch für Außenstehende lesbar ist. Ein klares Diagramm erleichtert jede weitere Analyse.
Diagramm prüfen und validieren
Gleiche das Diagramm mit den Beteiligten ab und korrigiere Lücken oder falsche Annahmen. Prüfe, ob der dargestellte Ablauf dem realen entspricht. Ein gemeinsam geprüftes Diagramm trägt ein geteiltes Verständnis. Erst danach ist es eine belastbare Grundlage für Entscheidungen.
Engpässe und Schwachstellen analysieren
Suche im Diagramm nach Schleifen, Wartezeiten, doppelten Prüfungen und ineffizienten Übergaben. Markiere die Stellen, an denen häufig Fehler oder Verzögerungen auftreten. Frage bei jedem Schritt, welchen Wert er für den Kunden des Prozesses schafft. So trennst du wertschöpfende von verzichtbaren Schritten.
Verbesserungen ableiten und umsetzen
Leite aus den Schwachstellen konkrete Maßnahmen ab und priorisiere sie nach Wirkung und Aufwand. Für ausführbare, standardisierte Modelle wechselst du anschließend zu BPMN 2.0. Prüfe nach der Umsetzung, ob sich der Ablauf tatsächlich verbessert hat. So wird aus der Darstellung eine echte Verbesserung.
Methode direkt anwenden
Bring die Methode ins FlowBoard: Prozess visualisieren, Kennzahlen definieren, Engpässe im Team sichtbar machen.
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