RACI-Matrix

Kategorie
ProzessvisualisierungKompetenzstufe
Eine RACI-Matrix ordnet Aufgaben oder Ergebnisse den beteiligten Rollen zu. Die vier Kürzel stehen für Responsible, Accountable, Consulted und Informed. Dadurch wird sichtbar, wer ausführt, wer die Ergebnisverantwortung trägt, wer beraten soll und wer Information benötigt.
Die Methode hilft bei neuen Prozessen, Projekten, Reorganisationen und unklaren Übergaben. Sie ergänzt eine Swimlane-Darstellung, wenn neben dem Ablauf auch Entscheidungs- und Beteiligungsrechte geklärt werden müssen. Wer den Prozess am Ende verantwortet, klärt der Beitrag Prozessverantwortlicher oder Prozessmanager.
Rahmenbedingungen & Vorbereitung für RACI-Matrix
Voraussetzungen
- Ein klar abgegrenzter Prozess, ein Projekt oder ein Entscheidungsbereich
- Eine Liste wichtiger Aufgaben, Entscheidungen oder Ergebnisse
- Bekannte Rollen und Organisationseinheiten
- Beteiligung der Personen, die Verantwortung übernehmen sollen
- Eine Moderation für offene Zuständigkeitskonflikte
Vorbereitung
Erstelle eine Tabelle mit Aufgaben oder Ergebnissen in den Zeilen und Rollen in den Spalten. Verwende Rollen statt Personennamen, damit die Matrix bei Personalwechseln gültig bleibt. Kläre die Bedeutung der vier Kürzel vor dem Workshop gemeinsam.
Wofür ist die RACI-Matrix besonders geeignet?

Die RACI-Matrix hilft, wenn Zuständigkeiten in einem Prozess unklar oder überlappend sind. Sie trennt eindeutig zwischen Durchführung, Verantwortung, Beratung und Information und macht Überschneidungen wie Lücken sichtbar. Klar benannte Verantwortliche verkürzen Rückfragen und Entscheidungen. Ein Prozessmodell ergänzt sie um die Rollenlogik.
Weiterführende Quelle bei Wikipedia: RACI.
Ein Praxisbeispiel dazu findet sich im Anwendungsfall HR-Prozessmanagement.
Häufige Fragen zur RACI-Matrix
Was ist der Unterschied zwischen Responsible und Accountable?
Darf eine Rolle gleichzeitig R und A sein?
Wie viele Accountable-Rollen darf eine Aufgabe haben?
Muss jede Zelle ausgefüllt sein?
Was tun bei zu vielen Consulted-Rollen?
So erstellst du eine RACI-Matrix
Umfang festlegen
Bestimme Beginn, Ende und Zweck der Matrix. Entscheide, ob du einen gesamten Prozess oder nur einen kritischen Abschnitt betrachtest. Nutze eine vorhandene Prozessdarstellung, um keine wesentlichen Aufgaben zu übersehen.
Aufgaben und Ergebnisse auflisten
Formuliere die Zeilen auf einer einheitlichen Ebene. Mische keine groben Prozessphasen mit einzelnen Handgriffen. Nimm auch wichtige Entscheidungen, Freigaben und Übergaben auf.
Rollen bestimmen
Führe nur Rollen auf, die im betrachteten Umfang tatsächlich beteiligt sind. Trenne Rollen, wenn ihre Verantwortung unterschiedlich ist und fasse sie zusammen, wenn keine sinnvolle Unterscheidung besteht. Ein Turtle-Diagramm hält Rollen und Ressourcen je Prozess kompakt fest.
Accountable zuweisen
Ordne jeder Zeile genau eine Rolle mit A zu. Diese Rolle trägt die Ergebnisverantwortung und stellt sicher, dass die Aufgabe angemessen erledigt wird. Mehrere A erzeugen meist neue Unklarheit.
Responsible zuweisen
Markiere mit R, wer die Aufgabe ausführt oder das Ergebnis erarbeitet. Eine Zeile braucht mindestens eine ausführende Rolle. Mehrere R sind möglich, sollten aber nur bei echter gemeinsamer Ausführung verwendet werden.
Consulted und Informed gezielt ergänzen
Nutze C für Rollen, deren fachliche Rückmeldung vor einer Entscheidung benötigt wird. Nutze I für Rollen, die über Ergebnis oder Status informiert werden. Halte beide Gruppen klein, damit Abstimmung und Informationsfluss handhabbar bleiben.
Matrix zeilen- und spaltenweise prüfen
Prüfe jede Zeile auf fehlendes R oder A und jede Spalte auf unrealistische Belastung, zu viele Freigaben oder eine reine Informationsrolle. Kläre Konflikte gemeinsam und dokumentiere Entscheidungen.
Veröffentlichen und aktualisieren
Mache die gültige Matrix für alle Beteiligten zugänglich. Verknüpfe sie mit Prozessbeschreibung oder Projektunterlagen und lege fest, wann Änderungen von Ablauf oder Organisation eine Überarbeitung auslösen.
Methode direkt anwenden
Bring die Methode ins FlowBoard: Prozess visualisieren, Kennzahlen definieren, Engpässe im Team sichtbar machen.
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