Turtle-Diagramm

Kategorie
ProzessvisualisierungKompetenzstufe
Das Turtle-Diagramm beschreibt einen Prozess auf einer Seite. Im Zentrum steht der betrachtete Ablauf. Darum ordnest du Eingaben, Ergebnisse, Ressourcen, Verantwortlichkeiten, Vorgehensweisen und Kennzahlen an.
Die Methode eignet sich für Prozessaufnahme, Auditvorbereitung und gemeinsame Klärung im Team und unterstützt so, den Prozessreifegrad zu bestimmen. Sie bleibt kompakter als eine detaillierte Ablaufdarstellung und ergänzt Werkzeuge wie SIPOC um Ressourcen, Rollen, Methoden und Leistungsnachweise.
Rahmenbedingungen & Vorbereitung für Turtle-Diagramm
Voraussetzungen
- Ein klar benannter und abgegrenzter Prozess
- Mindestens eine Person mit praktischer Prozesserfahrung
- Informationen zu Anforderungen, Ergebnissen und Arbeitsmitteln
- Bekannte Rollen oder Verantwortlichkeiten
- Vorhandene Kennzahlen, Standards oder Nachweise
Vorbereitung
Zeichne ein zentrales Feld für den Prozess und sechs umliegende Felder für Eingaben, Ergebnisse, Ressourcen, Verantwortlichkeiten, Methoden und Kennzahlen. Formuliere den Prozess als Tätigkeit mit klarem Beginn und Ende. Sammle bestehende Dokumente nur als Ausgangspunkt und gleiche sie mit der gelebten Praxis ab.
Wofür ist das Turtle-Diagramm besonders geeignet?

Das Turtle-Diagramm eignet sich, wenn ein einzelner Prozess kompakt und vollständig beschrieben werden soll. Eingaben, Ergebnisse, Ressourcen, Rollen, Methoden und Kennzahlen stehen zusammen auf einer Seite, was gerade die Vorbereitung von Audits erleichtert. Das Team gewinnt so ein einheitliches Verständnis eines Ablaufs. Gegenüber SIPOC ergänzt es Ressourcen, Methoden und Leistungsnachweise.
Weiterführende Quelle bei Wikipedia: Prozessaudit.
Ein Praxisbeispiel dazu findet sich im Anwendungsfall Fremdbearbeitung.
Häufige Fragen zum Turtle-Diagramm
Warum heißt die Methode Turtle-Diagramm?
Was ist der Unterschied zu SIPOC?
Eignet sich das Diagramm für Audits?
Wie viele Kennzahlen sollte ich aufnehmen?
Kann ein Turtle-Diagramm mehrere Prozesse enthalten?
So füllst du das Turtle-Diagramm aus
Prozess im Zentrum abgrenzen
Benenne den Prozess mit Verb und Objekt, zum Beispiel „Kundenauftrag prüfen“. Lege Auslöser, Start, Ende und Geltungsbereich fest. Vermeide zu große Themen wie „Vertrieb“ oder zu kleine Einzelschritte.
Eingaben erfassen
Notiere, was der Prozess für seine Arbeit benötigt und welche Anforderungen daran gelten. Das können Informationen, Materialien, Freigaben oder Anfragen sein. Ergänze die wichtigsten Lieferanten der Eingaben.
Ergebnisse beschreiben
Halte fest, welche Leistungen, Informationen oder Entscheidungen der Prozess erzeugt und wer sie empfängt. Beschreibe auch die Qualitätsanforderungen an diese Ergebnisse.
Ressourcen zuordnen
Erfasse Arbeitsmittel, Systeme, Räume, Datenquellen und weitere Infrastruktur. Konzentriere dich auf Ressourcen, deren Verfügbarkeit oder Eignung die Prozessleistung beeinflusst.
Verantwortlichkeiten und Kompetenzen klären
Benenne Prozessverantwortung, ausführende Rollen und notwendige Qualifikationen. Wenn Übergaben zwischen mehreren Rollen im Mittelpunkt stehen, kann ein Swimlane-Diagramm die Details ergänzen; Entscheidungs- und Beteiligungsrechte klärt zusätzlich eine RACI-Matrix.
Methoden und Vorgaben dokumentieren
Liste relevante Arbeitsweisen, Standards, Richtlinien, Prüfschritte und dokumentierte Verfahren auf. Verweise auf die gültige Quelle, statt umfangreiche Anweisungen in das Diagramm zu kopieren.
Kennzahlen und Nachweise festlegen
Wähle Kennzahlen, die Qualität, Zeit, Menge oder Aufwand des Prozesses abbilden. Ergänze Zielwerte, Messrhythmus und verantwortliche Rolle. Prüfe, ob die Kennzahlen Entscheidungen unterstützen.
Methode direkt anwenden
Bring die Methode ins FlowBoard: Prozess visualisieren, Kennzahlen definieren, Engpässe im Team sichtbar machen.
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