Customer Journey Mapping

Kategorie
ProzessinnovationKompetenzstufe
Customer Journey Mapping macht sichtbar, wie eine bestimmte Kundengruppe den Weg zu einem Ziel erlebt. Die Darstellung verbindet Phasen, Kontaktpunkte, Handlungen, Fragen und Emotionen. Dadurch erkennst du Brüche, die in einer internen Prozesssicht leicht verborgen bleiben.
Die Methode eignet sich für Kauf, Registrierung, Support, Antrag oder jede andere Erfahrung mit mehreren Kontakten. Entscheidend ist ein enger Fokus: eine Kundengruppe, ein Ziel und ein klarer Anfang sowie ein klares Ende. Das Ergebnis ist eine belegte Journey Map mit priorisierten Momenten, an denen eine Veränderung besonders viel bewirkt. Damit werden auch Prozessschnittstellen sichtbar, die aus interner Sicht leicht übersehen werden.
Rahmenbedingungen & Vorbereitung für Customer Journey Mapping
Voraussetzungen
- Eine definierte Kundengruppe oder Persona mit einem konkreten Ziel
- Ein abgegrenztes Szenario vom Auslöser bis zum Ergebnis
- Vier bis sechs Teilnehmende aus kundennahen und prozessverantwortlichen Rollen
- Belege aus Interviews, Beobachtungen, Supportfällen, Befragungen oder Nutzungsdaten
- Etwa zwei bis drei Stunden für die erste Map und zusätzliche Zeit für Recherche
Vorbereitung
Lege Persona, Szenario und Betrachtungszeitraum vor dem Workshop fest. Sammle typische Kontaktpunkte und echte Aussagen, ohne daraus schon eine fertige Geschichte zu bauen. Bereite ein breites Board mit Zeilen für Phasen, Handlungen, Kontaktpunkte, Gedanken, Emotionen, Probleme und Chancen vor. Nutze bei Bedarf Process Mapping, um die interne Sicht später getrennt zu vergleichen.
Wofür ist Customer Journey Mapping besonders geeignet?

Customer Journey Mapping ist sinnvoll, wenn das Erleben der Kunden über mehrere Kontaktpunkte verbessert werden soll. Es zeigt den Ablauf aus Sicht der Nutzer und macht Brüche, Wartezeiten und Frust an einzelnen Punkten sichtbar. So wird deutlich, wie interne Abläufe das Kundenerlebnis prägen. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die Momente mit der größten Wirkung.
Weiterführende Quelle im Gabler Wirtschaftslexikon: Customer Journey.
Ein Praxisbeispiel dazu findet sich im Anwendungsfall digitales Onboarding.
Häufige Fragen
Ist eine Customer Journey Map dasselbe wie eine Prozesskarte?
Brauche ich eine ausgearbeitete Persona?
Darf die Map auf Annahmen beruhen?
Wie viele Kontaktpunkte gehören in die Map?
Sollten positive Erlebnisse ebenfalls erfasst werden?
Customer Journey Map Schritt für Schritt erstellen
Persona und Ziel festlegen
Beschreibe die Kundengruppe mit den Merkmalen, die das Erlebnis wirklich beeinflussen. Benenne ihr Ziel in eigenen Worten, nicht als Unternehmensziel. Definiere den Auslöser der Journey und den Punkt, an dem sie endet.
Phasen der Reise bilden
Gliedere den Weg in fünf bis acht verständliche Phasen. Typische Phasen können Orientierung, Auswahl, Abschluss, Nutzung und Hilfe sein. Verwende Begriffe aus Kundensicht und achte darauf, dass jede Phase ein erkennbares Zwischenziel hat.
Handlungen und Kontaktpunkte eintragen
Notiere, was die Person in jeder Phase tut und über welchen Kontaktpunkt sie mit dem Unternehmen oder Dritten in Berührung kommt. Berücksichtige digitale, persönliche und indirekte Kontakte. Trenne den tatsächlichen Ablauf von dem Ablauf, den interne Vorgaben vorsehen.
Gedanken, Fragen und Emotionen ergänzen
Ergänze je Phase typische Erwartungen, Unsicherheiten und Gefühle. Nutze möglichst Originalaussagen oder Daten. Eine einfache Emotionskurve reicht aus, wenn klar bleibt, worauf ihre Bewertung beruht. Vermeide erfundene Präzision durch willkürliche Punktwerte.
Brüche und Schlüsselmomente markieren
Suche nach wiederholten Rückfragen, Kanalwechseln, fehlenden Informationen, Wartezeiten und Momenten mit besonders hoher Bedeutung für Vertrauen oder Abbruch. Markiere auch positive Elemente, die im Zielbild erhalten bleiben sollen.
Chancen priorisieren und Verantwortliche benennen
Formuliere aus den wichtigsten Beobachtungen konkrete Chancenfragen. Bewerte sie nach Wirkung auf das Kundenziel, Häufigkeit und beeinflussbarem Aufwand. Ordne jeder priorisierten Chance eine verantwortliche Rolle und den nächsten Lernschritt zu. Erst danach wird der interne Ablauf neu gestaltet, etwa mit Design Thinking.
Methode direkt anwenden
Bring die Methode ins FlowBoard: Prozess visualisieren, Kennzahlen definieren, Engpässe im Team sichtbar machen.
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