Prozesslandkarte

Kategorie
ProzessvisualisierungKompetenzstufe
Eine Prozesslandkarte zeigt die wichtigsten Prozesse einer Organisation auf einer gemeinsamen Übersicht. Sie ordnet Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse und macht sichtbar, wie aus Anforderungen ein Ergebnis für Kunden oder andere Anspruchsgruppen entsteht.
Die Landkarte eignet sich als Einstieg in das Prozessmanagement, für Verantwortungsmodelle und zur Priorisierung weiterer Analysen. Einzelne Prozesse werden darin bewusst nicht im Detail dargestellt. Dafür eignet sich anschließend Process Mapping oder ein BPMN-2.0-Modell. Welche Darstellungsform wann passt, klärt der Beitrag Prozesslandkarte, Flussdiagramm oder BPMN.
Rahmenbedingungen & Vorbereitung für Prozesslandkarte
Voraussetzungen
- Ein geklärter organisatorischer Geltungsbereich
- Ein gemeinsames Verständnis der wichtigsten Leistungen und Kundengruppen
- Beteiligung von Führung, Fachbereichen und Prozessverantwortlichen
- Vorhandene Organigramme, Leistungsbeschreibungen oder Prozesslisten
- Eine Moderation, die Funktions- und Prozesssicht trennt
Vorbereitung
Lege fest, ob die Landkarte das gesamte Unternehmen, einen Geschäftsbereich oder einen Standort abbildet. Sammle vorhandene Prozessbezeichnungen und bereite drei Bereiche für Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse vor. Verständige dich auf eine einheitliche Benennungslogik.
Wofür ist eine Prozesslandkarte besonders geeignet?

Die Prozesslandkarte hilft, wenn ein Überblick über alle Prozesse eines Unternehmens fehlt. Sie ordnet Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse auf einer Ebene und lässt neue Mitarbeitende wie Führungskräfte Zusammenhänge schnell erkennen. Übergänge zwischen Bereichen werden dabei sichtbar. Von hier führt der Weg zu einzelnen Abläufen, etwa als BPMN-Modell.
Weiterführende Quelle im Gabler Wirtschaftslexikon: Geschäftsprozessmanagement.
Ein Praxisbeispiel dazu findet sich im Anwendungsfall Prozessmanagement.
Häufige Fragen zur Prozesslandkarte
Was ist der Unterschied zwischen Prozesslandkarte und Organigramm?
Wie viele Prozesse sollte eine Landkarte enthalten?
Gehören Managementprozesse zu den Führungsprozessen?
Muss jeder Pfeil zwischen Prozessen dargestellt werden?
Wie oft sollte die Prozesslandkarte aktualisiert werden?
So erstellst du eine Prozesslandkarte
Zweck und Zielgruppe klären
Bestimme, wofür die Landkarte genutzt wird, zum Beispiel zur Orientierung, für Audits, zur Zuordnung von Verantwortung oder als Grundlage einer Verbesserungsroadmap. Der Zweck bestimmt Umfang und Detailgrad.
Kunden und Leistungen bestimmen
Beschreibe, welche Anforderungen in den betrachteten Bereich eingehen und welche Ergebnisse er erzeugt. Nutze diese Wertschöpfung als Leitlinie, statt das Organigramm einfach in Prozesskästen zu übertragen.
Kernprozesse identifizieren
Sammle die Prozesse, die unmittelbar zur Leistung für Kunden oder andere Leistungsempfänger beitragen. Ordne sie in einer nachvollziehbaren Folge vom Bedarf bis zum Ergebnis an.
Führungsprozesse ergänzen
Führe Prozesse auf, die Ziele setzen, Entscheidungen steuern und die Organisation ausrichten. Typische Beispiele sind Strategie, Planung, Governance und Managementbewertung.
Unterstützungsprozesse ergänzen
Ergänze Prozesse, die Ressourcen und Rahmenbedingungen für die Kernprozesse bereitstellen, etwa Personal, IT, Einkauf, Finanzen oder Infrastruktur. Vermeide eine zu feine Aufteilung nach Abteilungen.
Beziehungen und Verantwortung prüfen
Zeige nur die wichtigsten Abhängigkeiten und benenne für jeden Hauptprozess eine eindeutige Prozessverantwortung. Mit SIPOC oder einem Turtle-Diagramm kannst du Ein- und Ausgaben eines ausgewählten Prozesses genauer abgrenzen.
Landkarte abstimmen und pflegen
Prüfe die Übersicht mit Vertretern aller betroffenen Bereiche. Entferne Dubletten, kläre uneinheitliche Begriffe und lege einen Anlass für die Aktualisierung fest, zum Beispiel Strategieänderungen oder neue Leistungen.
Methode direkt anwenden
Bring die Methode ins FlowBoard: Prozess visualisieren, Kennzahlen definieren, Engpässe im Team sichtbar machen.
FlowBoard testen ↗