Process Mining

Kategorie
Prozesse mit KIKompetenzstufe
Process Mining rekonstruiert den tatsächlichen Ablauf von Geschäftsprozessen aus den Ereignisdaten betrieblicher Systeme. Statt auf Annahmen oder Interviews zu setzen, zeigt es anhand der Daten, wie ein Prozess wirklich läuft, mit allen Varianten, Schleifen und Ausnahmen. So werden Abweichungen zwischen dem gedachten und dem gelebten Prozess sichtbar.
Wie sich Process Mining und klassische Prozessanalyse unterscheiden, klärt ein eigener Beitrag. Grundlagen und Verfahren beschreibt der Wikipedia-Artikel zum Process Mining.
Rahmenbedingungen & Vorbereitung für Process Mining
Voraussetzungen
- Ereignisdaten mit Fall-ID, Aktivität und Zeitstempel
- Zugriff auf die betrieblichen Systeme wie ERP oder CRM
- Eine klare Frage, die die Analyse beantworten soll
- Ein geeignetes Process-Mining-Werkzeug
- Geregelter Umgang mit personenbezogenen Daten
Vorbereitung
Lege zuerst Ziel und Fragestellung fest, damit die Analyse einen Fokus hat und nicht in Daten ertrinkt. Prüfe die verfügbaren Daten auf Vollständigkeit, richtige Zeitreihenfolge und Qualität, denn Lücken verzerren das Ergebnis. Kläre den Umgang mit personenbezogenen Angaben und beschränke die Auswertung auf den Prozess, nicht auf einzelne Personen. Für die Detailsicht auf einzelne Arbeitsschritte ergänzt Task Mining das Bild, für vorausschauende Hinweise Predictive Process Monitoring.
Wofür ist Process Mining besonders geeignet?

Process Mining eignet sich, wenn du wissen willst, wie ein Prozess tatsächlich abläuft, statt wie er ablaufen sollte. Aus den Daten werden Varianten, Engpässe und Abweichungen sichtbar, oft in einem Umfang, den manuelle Analysen nicht erreichen. So lassen sich Verbesserungen gezielt und faktenbasiert priorisieren, statt nach Bauchgefühl. Voraussetzung sind verlässliche Ereignisdaten, denn ohne saubere Datenbasis führt die Analyse in die Irre.
Ein Praxisbeispiel dazu findet sich im Anwendungsfall Produktionssteuerung.
Häufige Fragen zu Process Mining
Was ist Process Mining?
Welche Daten werden benötigt?
Welchen Vorteil bietet es?
Wie nutzt du die Ergebnisse?
Worauf solltest du achten?
So führst du eine Process-Mining-Analyse durch
Ziel und Fragestellung festlegen
Bestimme, was die Analyse beantworten soll, etwa lange Durchlaufzeiten, häufige Rücksprünge oder Abweichungen vom Standardablauf. Ein klarer Fokus verhindert, dass du in der Datenmenge die Orientierung verlierst. Kläre außerdem, welche Entscheidung auf den Ergebnissen aufbauen soll. Ohne Ziel wird Process Mining zu einer schönen, aber folgenlosen Darstellung.
Daten vorbereiten
Extrahiere die Ereignisdaten und bringe sie in eine Form mit Fall-ID, Aktivität und Zeitstempel. Prüfe Vollständigkeit, Zeitreihenfolge und Qualität und kläre den Umgang mit personenbezogenen Angaben. Fehlerhafte oder lückenhafte Daten verzerren das Ergebnis. Eine saubere Datenaufbereitung ist der aufwendigste, aber entscheidende Schritt.
Werkzeug wählen
Wähle ein Process-Mining-Tool, das zu deinen Daten, deiner Fragestellung und deiner Umgebung passt. Achte auf die Anbindung an deine Systeme und auf verständliche Darstellungen. Ein passendes Werkzeug erleichtert die Analyse erheblich. Die Wahl folgt der Aufgabe, nicht dem Marketing.
Prozess analysieren
Lass den realen Ablauf aus den Daten rekonstruieren und untersuche Varianten, Engpässe, Wartezeiten und Ausnahmen. Vergleiche den gelebten Prozess mit dem gedachten und markiere die größten Abweichungen. Prüfe die Ergebnisse für relevante Fallgruppen, nicht nur im Durchschnitt. So erkennst du, wo der Prozess wirklich hakt.
Verbesserungspotenziale ableiten
Identifiziere die Stellen mit dem größten Hebel und leite konkrete Maßnahmen ab. Priorisiere nach Wirkung und Umsetzbarkeit, statt alle Auffälligkeiten gleich zu behandeln. Beziehe die Fachleute ein, denn die Daten zeigen das Was, nicht immer das Warum. So werden aus Erkenntnissen echte Verbesserungen.
Umsetzen und laufend überwachen
Setze die Maßnahmen um und beobachte über die Daten, ob sie tatsächlich wirken. Nutze Process Mining, um Veränderungen fortlaufend zu verfolgen, statt es als einmalige Analyse zu behandeln. Prüfe regelmäßig, ob neue Abweichungen entstehen. So bleibt der Prozess dauerhaft im Blick.
Methode direkt anwenden
Bring die Methode ins FlowBoard: Prozess visualisieren, Kennzahlen definieren, Engpässe im Team sichtbar machen.
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