Business Rules Automation mit DMN

Kategorie
ProzessautomatisierungKompetenzstufe
Business Rules Automation trennt wiederkehrende Entscheidungen vom übrigen Prozessablauf. Mit der Decision Model and Notation, kurz DMN, beschreibst du Eingabedaten, Teilentscheidungen und Entscheidungslogik in einer gemeinsamen, fachlich lesbaren Struktur. Besonders nützlich sind Entscheidungstabellen, wenn mehrere Kriterien zu einem eindeutigen Ergebnis führen.
DMN ergänzt einen Ablauf, ersetzt ihn aber nicht. Nutze Workflow-Automatisierung für Aufgaben und Übergaben sowie Process Mapping für den Gesamtkontext. Bei umfangreicheren Automatisierungsvorhaben hilft Business Process Automation, Regeln, Systeme und Verantwortlichkeiten zusammenzuführen. Welche Abläufe sich zuerst lohnen, klärt der Beitrag Welche Prozesse zuerst automatisieren.
Rahmenbedingungen & Vorbereitung für Business Rules Automation mit DMN
Voraussetzungen
- Eine wiederkehrende, fachlich beschreibbare Entscheidung
- Ein benannter fachlicher Owner für die Regel
- Verlässliche Eingabedaten mit eindeutigen Begriffen
- Ausreichend reale Beispielfälle und bekannte Grenzfälle
- Ein geklärter Prozess für Freigabe, Versionierung und Änderung
Vorbereitung
Sammle bestehende Richtlinien, Tabellen, Arbeitsanweisungen und typische Entscheidungen. Markiere Widersprüche und Begriffe, die Beteiligte unterschiedlich verstehen. Formuliere die Zielentscheidung als Frage, etwa: „Welche Prüfstufe ist für diese Bestellung erforderlich?“
Lege außerdem fest, ob das DMN-Modell nur dokumentieren, Entscheidungen unterstützen oder ausführbar in ein System eingebunden werden soll.
Wofür ist DMN besonders geeignet?

DMN ist dann sinnvoll, wenn wiederkehrende Entscheidungen nach nachvollziehbaren Regeln getroffen werden sollen. Die Regeln liegen getrennt vom Prozess und bleiben dadurch verständlich und pflegbar, oft direkt vom Fachbereich in Entscheidungstabellen gepflegt. Gleiche Fälle werden gleich entschieden, unabhängig von der Person. Ein Workflow ruft die Entscheidung an der passenden Stelle auf.
Weiterführende Quelle bei der Object Management Group: DMN.
Ein Praxisbeispiel dazu findet sich im Anwendungsfall Beschaffungsmanagement.
Häufige Fragen zu DMN
Was ist der Unterschied zwischen DMN und BPMN?
Ist jede DMN-Tabelle automatisch ausführbar?
Wann ist eine Entscheidungstabelle ungeeignet?
Wer sollte Geschäftsregeln verantworten?
Wie verhindere ich widersprüchliche Regeln?
DMN-Geschäftsregeln in sieben Schritten aufbauen
Entscheidung und Ergebnis definieren
Beschreibe genau eine fachliche Entscheidung mit klaren möglichen Ergebnissen. Trenne Entscheidung, nachgelagerte Aktion und menschliches Ermessen. „Prüfstufe bestimmen“ ist eine Entscheidung. „Antrag freigeben“ kann dagegen eine Aufgabe im Prozess sein.
Eingabedaten und Begriffe klären
Liste alle benötigten Fakten mit Datentyp, zulässigen Werten und Quelle auf. Erstelle ein kleines Glossar für missverständliche Begriffe. Eine Regel ist nur so verlässlich wie ihre Eingaben.
Entscheidungsstruktur modellieren
Zeige, welche Teilentscheidungen, Eingabedaten und Wissensquellen zur Hauptentscheidung beitragen. So wird sichtbar, wo Regeln mehrfach genutzt werden oder fachliche Abhängigkeiten bestehen.
Entscheidungstabelle formulieren
Überführe die Logik in Eingabespalten, Ausgabespalten und eindeutige Regeln. Formuliere Bedingungen überschneidungsfrei und vollständig. Wähle eine passende Trefferlogik: genau eine Regel, die erste passende Regel oder mehrere zulässige Ergebnisse.
Regeln mit Beispielen testen
Erzeuge Tests für typische Fälle, Grenzwerte, fehlende Daten und widersprüchliche Eingaben. Jeder Test braucht erwartete Eingaben und ein erwartetes Ergebnis. Fachliche Verantwortliche sollten die Beispiele bestätigen.
Entscheidung in den Prozess einbinden
Lege fest, wann der Prozess die Entscheidung aufruft, welche Daten übergeben werden und wie das Ergebnis weiterverwendet wird. Plane einen definierten Weg für technische Fehler oder nicht entscheidbare Fälle ein. Sind Abläufe stark einzelfallgetrieben, eignet sich zusätzlich Case Management mit CMMN.
Regeln versionieren und überwachen
Dokumentiere Gültigkeitszeitraum, Owner, Freigabe und Änderungsgrund. Prüfe regelmäßig, ob Datenfelder, Richtlinien und Grenzwerte noch stimmen. Bei ausführbaren Regeln gehören Testfälle in jede Veröffentlichung.
Methode direkt anwenden
Bring die Methode ins FlowBoard: Prozess visualisieren, Kennzahlen definieren, Engpässe im Team sichtbar machen.
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